Die Geschichte der Schule

Im Frühjahr des Jahres 1891 begann der Bau des Schulgebäudes zu Agathaberg und dasselbe erreichte seine Vollendung noch in demselben Jahre."(Schulchronik 1891)

alteschule

Diese Schule war einklassig, wobei die Lehrerwohnung im gleichen Gebäude untergebracht ist. In diesem Klassenraum wurden bis zu 104 Kinder von Klasse 1 bis 8 von einem Lehrer vormittags und auch nachmittags unterrichtet.
Oftmals fiel die Schule aus, weil der Schnee zu hoch lag ( Schulbusse gab es noch gar nicht) oder die Kinder blieben zu Hause, um das Vieh zu hüten oder die Kartoffelernte einzuholen.

1910 wurde der Antrag auf Errichtung einer 2. Klasse von der Schuldeputation abgelehnt.

Im August 1914 fiel der Unterricht aus, weil der 1.Weltkrieg begann. Die Männer mussten in den Krieg ziehen und deshalb halfen die Kinder auf den Feldern.

Im Februar 1917 musste der Unterricht ausfallen, um Kohlen zu sparen.

Im Dezember 1918 diente die Schule als Soldaten-Quartier und nach erfolgter Desinfektion konnte der Unterricht wieder beginnen.

Im August 1919 wurde eine 2. Klasse eingerichtet. Die beiden Klassen benutzten den gleichen Raum, da ein Neubau nicht ausgeführt wurde.

Sommer 1920 wurden zusätzliche Waldbeerferien festgesetzt.

Die Franzosen besetzten im März 1923 Agathaberg, wobei in Dohrgaul eine Zollstation errichtet wurde. Die gezogene Besatzungsgrenze verlief von Leiersmühle bis Dohrgaul, von da über Kahlscheuer, Hintermühle nach Gimborn.
Diese wurde im September 1924 wieder aufgelöst.

Für das Winterhalbjahr 1927/28 wurde für Agathaberg eine Pflicht- und Fortbildungsschule für Mädchen eingerichtet.

Der Februar 1929 war so kalt, dass die Tinte in den Tintenfässern gefror.

Am 8.März 1933 fiel der Unterricht aus. Anlass war der Sieg der Nationalsozialistischen Partei.

Am 14.4.1939 wurde die Katholische Bekenntnisschule in “Deutsche Volksschule” umbenannt.

Aus Gründen des Luftschutzes fiel der Unterricht an 16 Tagen des Septembers 1939 aus.
Am 1.9.1939 hatte der Zweite Weltkrieg begonnen.

In der Schule fand der Unterricht der ländlichen Berufsschule für Knaben statt.
Englische Flieger warfen erste Sprengbomben ab, welche oberhalb von Unterstenhof in die Felder fielen.
Wegen der näher rückenden Front,  der gegnerischen Tiefflieger, sowie wegen des Kohlenmangels wurde der Unterricht im Winter 1944/45 in Häusern der verschiedenen Ortschaften ausgelagert. Die Schule wurde seit März 1945 seitens der Feuerlöschpolizei Köln belegt. Nach deren Abzug waren Soldaten hier einquartiert.

Am 12.April 1945 wurde der Schulbezirk abends von Amerikanern besetzt. Der Krieg war zu Ende. Kriegsschäden waren nicht zu verzeichnen.
Die englische Militärregierung genehmigte am 3.9.1945 die Wiederaufnahme des Unterrichts.
Von da an trug die Schule wieder konfessionellen Charakter, nachdem die Kreuze, die unter den Nazis entfernt worden waren, in einer feierlichen Prozession wieder angebracht wurden.
Durch den Zustrom von Flüchtlingen stieg die Schülerzahl auf 115 an.

Mitte Juni 1947 wurde die Schulspeisung zum Preis von 6 Pfennigen eingeführt, weil der Hunger der Kinder auch zu Hause nicht gestillt werden konnte. Da kein Kochkessel zur Verfügung stand, wurde die Schulspeisung in Trockenform verausgabt. Der Lehrer gab die Schuhbezugsscheine aus. Schuhe über Größe 35 waren nicht zu bekommen.

Ostern 1948 war die Versorgung der Kinder mit Schulmaterial sehr mangelhaft. Schiefertafeln waren nur im Tausch zu erhalten ( z.B. gegen 6 Eier oder 20 Zigaretten). Viele Kinder schrieben auf erbärmlichen Papierschnippeln. Als Wandtafelkreide wurden zuweilen Stücke von alten Gipsfiguren benutzt.
Seit Februar 1948 konnte die Schulspeisung gekocht werden, da ein Kessel durch Kompensierung mit nachgehackten Kartoffeln besorgt wurde.

Im Sommer 1950 musste die Schulspeisung vorläufig eingestellt werden, aber im Februar 1951 wurde diese für 25 bedürftige Kinder wieder aufgenommen.

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Die Raumnot war nach wie vor das Hauptproblem in Agathaberg.
Ein zähes Ringen um einen Schulneubau begann zwischen Dohrgaul und Agathaberg. Die Eltern aus Agathaberg beschlossen einen Schulstreik, so dass die Kinder am 7., 8. und 9. November 1949 zu Hause blieben.

 

Nachdem der Regierungspräsident eingeschaltet wurde, wurde in Agathaberg mit einem Neubau am 26.8.1950 begonnen. 

Am 22.9.1951 fand nach 30 Jahren der Raumnot die feierliche Einweihung eines neuen Gebäudes mit zwei Klassenräumen statt..

Die Sommerferien 1952 wurden um zwei Wochen verlängert, da in NRW Kinderlähmung herrschte.

Im September 1959 erkrankten auch zwei Agathaberger Schüler an Kinderlähmung. Daraufhin wurde die Schule 14 Tage geschlossen.

Im April 1960 bekam die Schule einen Anbau mit überdachter Pausenhalle, Lehrerzimmer und einem weiteren Klassenraum.

1963 wurde die neue Turnhalle eingeweiht, welche in Eigenleistung durch die Agathaberger Bürger errichtet wurde.

1966 wurde das 75-jährige Jubiläum der Grundschule Agathaberg gefeiert.

Zum Schuljahresbeginn 1968 wurden wegen der Schulreform von 10 Wipperfürther Volksschulen 6 aufgelöst. Die Schülerinnen und Schüler der geschlossenen Schulen Hahnenberg, Vordermühle und Dohrgaul wurden ab jetzt in Agathaberg unterrichtet.

Hier setzt die Chronik für über 20 Jahre aus.

1990 wurde an der Schule die Fünf-Tage-Woche eingeführt.

1991 stellte der Stadtrat den Antrag die 6 bestehenden Konfessionsschulen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln. Die Wellen schlugen hoch mit dem Ergebnis, dass alles beim Alten blieb.

Im Dezember 1991 wurde das 100-jährige Bestehen der Schule im Rahmen einer Festwoche gefeiert.
An der Schule waren lediglich 67 Kinder angemeldet, so dass das 3. Und 4. Schuljahr zusammengelegt werden mussten.

Im Mai 1994 wurde eine Projektwoche zum Thema –Nordamerikanische Indianer– abgehalten.

Einen Weihnachtsbasar veranstaltete die Schule im Dezember 1994 und packte für bosnische Kriegsflüchtlinge 50 Hilfspakete.

Im Juni 1996 stand eine Projektwoche unter dem Motto “ Wir sind Kinder aus vielen Ländern”.
Als im September 1996 die Heizung ausfiel – in den Klassenräumen lag die Temperatur bei 12 Grad – fiel für zwei Tage der Unterricht aus.

pavillon

Im Februar 1997 war das Dach des Containers undicht. Teilweise zogen die Klassen ins Pfarrheim um. Messungen ergaben, dass der Bau zu hohe Schadstoffbelastungen in der Raumluft aufwies.
Die 30 Jahre alten Container wurden abgerissen.

Am 1.12.1997 wurde mit den Errichtung eines neuen Pavillons begonnen, welcher im Februar 1998 vom 3. und 4. Schuljahr bezogen wurde.

Eine neuerliche Projektwoche, Thema “Villa Kunterbunt” mit Einweihung des Pavillons wurde im Mai 1998 abgehalten.

Die Schülerzahlen stiegen auf 96.

Mit Beginn des Schuljahres 1998/99 wurde eine Betreuungsgruppe –Schule von acht bis eins–, unter der Leitung einer Erzieherin, eingerichtet. Zu diesem Zweck wurde eigens der “Verein zur Betreuung von Schülerinnen und Schülern der Katholischen Grundschule Agathaberg e.V.” gegründet.

Im Sommer 1999 wurden 8 Computer für die Schülerinnen und Schüler angeschafft und vernetzt. Jetzt konnten die Schülerinnen und Schüler dank des unermütlichen Einsatzes eines Vaters im Internet surfen.

Im Dezember 2000 ging die Nachricht einer möglichen Schließung der Schule durch die Zeitung. Zu einem Schulstreik wie im Jahre 1949 mussten die Eltern noch nicht greifen, weil der Rat sowie der Bürgermeister sich einstimmig gegen die Schließung der Grundschule Agathaberg aussprachen.

Seit 2003 wurde die Betreuung bis 16 Uhr erweitert. Als „13 Plus“ Gruppe fand Kinderbetreuung auch während zwei Wochen in den Sommerferien von 8 Uhr bis 16 Uhr statt.

Im Herbst 2007 wurde das Dach am Hauptgebäude erneuert, da es dort reingeregnet hatte. Des Weiteren wurde das Flachdach des Betreuungsraums neu eingedeckt und wärmeisoliert.

Nahezu sieben Jahre später, im November 2007, geht durch die Presse, dass die beiden Nachbargrundschulen Thier und Wipperfeld kurz vor einer Schließung stehen..
Agathaberg ist laut Schulentwicklungsplan bis 2015 nicht gefährdet.
So schnell kann es dann doch gehen. Was die mögliche Auflösung besonders der Schule in Thier für unsere Schule für Auswirkungen hat, ist noch nicht abzusehen, denn seit diesem Sommer sind die Schulbezirke aufgehoben – die Eltern haben nahezu Wahlfreiheit. Eventuell werden Eltern ihre Kinder nicht in einer der Stadtschulen sondern in Agathaberg anmelden. Das würde uns natürlich stärken.

Im Sommer 2010 wechselt die Schulleitung: Herr Wittkampf geht an eine Grundschule in Marienheide und an seine Stelle tritt Frau Beyer.

Am 1.8.2013 sind wir gemeinsam mit den Albert-Schweitzer-Schule (EGS) und der Wipperschule (GGS) zum Schulverbund geworden. Unsere Schule bildet hierbei den Hauptstandort.


 

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